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Ausstellungen

Momentan gibt es keine laufende Ausstellung des Puchheimer Stadtarchivs. Vom 11. September bis 4. Oktober 2018 wurde die Ausstellung "Permanente Demokratie" auf der Galerie im PUC gezeigt.

PERMANENTE DEMOKRATIE

Wie Kurt Eisner vor 100 Jahren den Freistaat Bayern ausrief

 

Zu Unrecht ist die Erinnerung an Kurt Eisner mit verkehrten und fragwürdigen Begriffen wie „Kommunist“, „politischer Wirrkopf“ und „sozialistischer Revolutionär“ bis heute verknüpft geblieben. Die bayerische Staatsregierung und die CSU standen und stehen bis in die Gegenwart hinein dem „Sozialisten“ Eisner kritisch-ablehnend gegenüber. Die bayerischen Sozialdemokraten versuchen ihn zwar heute für sich zu vereinnahmen, doch zu Eisners Lebzeiten zählte auch die SPD, aus der er 1917 ausgetreten war und die USPD gegründet hatte, zu seinen Widersachern. Auch die Kommunisten lehnten Kurt Eisners politisches Denken und Handeln ab, das in Wirklichkeit von zwei großen Zielen getragen war: Demokratie und Frieden.

 

Der philosophisch gebildete, zutiefst pazifistische Schriftsteller und Publizist, aus Berlin zugereist und jüdischen Glaubens, schaffte in der Nacht zum 8. November 1918 ein politisches Wunder in München: In einer völlig gewaltlosen Revolution erklärte er die Dynastie der Wittelsbacher, die 800 Jahre in Bayern geherrscht hatte, für abgesetzt und rief anstelle des monarchistischen Untertanenreiches den demokratischen und sozialen Freistaat Bayern aus. Durch die ständige Mitarbeit aller Schaffenden in Stadt und Land wollte er als Bayerns erster Ministerpräsident eine neue Form der Demokratie entwickeln: ein permanentes demokratisches Miteinander. Rastlos arbeitete Eisner an der Realisierung seines Planes und seiner Friedenspolitik, ehe er am 21. Februar 1919 auf dem Weg zum Landtag von einem monarchistischen Attentäter erschossen wurde.

 

Ein expressives Gemälde von Guido Zingerl, das die Stadt Puchheim heuer angekauft hat, schildert Wirken, Tragik und Tod Kurt Eisners und steht im Mittelpunkt einer Gedenkausstellung in der PUC-Galerie. Unter Herstellung lokaler Bezüge soll damit vor allem auch an die Geburtsstunde der Demokratie in Bayern erinnert werden.

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